Die Ausgrenzung von Hautkranken – RESPECT please!

Ein besonderes Anliegen ist mir, für mehr Verständnis für Menschen mit Hautproblemen zu werben. Die Krankheit allein ist Belastung genug, ich wünsche mir einen respektvollen Umgang – auch mit dem, was anders aussieht.

Natürlich belasten die körperlichen Beeinträchtigungen einer Hauterkrankung die Betroffenen, doch die soziale Diskriminierung, die viele Neurodermitiker und andere Hautkranke häufig erleben, erschwert den Umgang mit ihrer Erkrankung zusätzlich. Von einigen wird diese psychische Belastung sogar als problematischer wahrgenommen als die kaputte Haut, der Juckreiz oder die Schmerzen.

Viele Hautkranke erleiden dieses respektlose Umgehen und für die meisten Betroffenen bedeutet die Hautkrankheit deshalb auch eine schwere psychische Belastung, denn sie erleben Ausgrenzung, die Angst anderer Menschen vor möglicher Ansteckung oder auch Ekelreaktionen.

Nicht wenige Personen, die an einer Hautkrankheit leiden, ziehen sich von ihrer Umwelt zurück, werden depressiv, beschäftigen sich mit Selbstmordgedanken oder versuchen, ihren seelischen Schmerz mit Alkohol zu betäuben.

Wenn der Alltag voller Hürden ist

Hautveränderungen gelten als Makel, Ungepflegtheit oder Nachlässigkeit, während Schönheit und Attraktivität gleichbedeutend mit Akzeptanz und Anerkennung sind. Personen mit einem Hautproblem müssen dies entbehren und haben daher ein oft geringes Selbstwertgefühl. Sie erleben ihre Erkrankung als Stigmatisierung und fühlen sich wegen ihres äußeren Erscheinungsbildes von der Gesellschaft ausgegrenzt. Da sie bei ihren Mitmenschen oft Neugier, Ablehnung, Abscheu, Ekel oder Furcht vor Ansteckung erleben, ziehen sie sich selbst immer mehr zurück.

Besonders Personen, deren Hautveränderungen an Gesicht und Händen erkennbar und schwer zu verstecken sind, leiden schwer. Alltägliche Situationen wie einkaufen oder zur Begrüßung die Hände schütteln, werden als belastend empfunden.

Die Haut des Kranken wird zu seiner Hauptsorge, seine Gedanken kreisen nur noch darum, wie furchtbar das Gesicht, die Hände, der Hals heute wieder aussehen und was das Gegenüber wohl denken mag.

Die genannten Faktoren üben auf Menschen mit Hauterkrankungen einen schweren psychischen Druck aus. Doch wer Ängste und Depressionen entwickelt, setzt seine Heilungskräfte nicht in Gang, sondern verstärkt die Erkrankung oft noch. Der seelische Zustand einer Person kann einen grossen Einfluss auf ihre Hauterkrankung haben, auf jeden Fall spielt die Psyche für den Verlauf und die Verarbeitung der Krankheit eine wichtige Rolle.